Penguin 4.0 von Google nun offiziell bestätigt und implementiert

Schon seit Januar dieses Jahres hielten sich hartnäckige Gerüchte, dass Googles Pinguin ein neues, großes Update erhalten wird. Wie so oft dementierte Google fleißig. Seit dem 23.09.2016 ist es allerdings offiziell bestätigt, das Penguin Update 4.0 ist released worden. Auch dieses Mal bringt es wieder gehörig Wirbel in die SEO-Branche und beeinflusst das Ranking bei Google nachhaltig. Schon 2012 wurde das erste sog. „Penguin-Update“ initialisiert und wird mit der aktuellen Version 4.0 auf eine neue Stufe gehoben. Dazu ein kurzer Überblick zur Geschichte des Pinguins und zu den wesentlichen Neuerungen.

Google-Penguin-Update4

Der Herbst 2016 steckt voller Überraschungen. Erst die sog. „Horror-Clowns“, dann kam Halloween und nun lehrt auch noch Googles Pinguin einigen Menschen das Fürchten.

Historie und Kernidee des Penguin Update

Inklusive der Version 4.0 gab es insgesamt sieben große Penguin-Updates. Am 24. April 2012 wurde die Urversion (Penguin 1.0) veröffentlicht. Es folgten weitere Updates, unter anderem auf Version 1.5 (05. Oktober 2012), Version 2.0 (23. Mai 2013) und Penguin 3.0 (18. Oktober 2014). Ganze zwei Jahre hat es gedauert, bis die jetzige Version 4.0 im September dieses Jahres ausgerollt worden ist.

Grundgedanke des Penguin-Updates war es, und ist es nach wie vor, zum einen überoptimierte Webseiten in den SERPs (Ergebnisseiten der Suchmaschine) abzustrafen. Des Weiteren geht es darum, Webseitenmanipulationen, beispielsweise in Form von Keyword-Stuffing und ziellosen Linkbuilding, besser zu erkennen und ebenfalls mit einer schlechteren Sichtbarkeit abzustrafen. Mit dem Update auf Version 4.0 stehen nun vor allem der sog. Linkspam bzw. Webspam sowie optimierte Anchortexte und deren Bekämpfung im Fokus. Unnatürlichen und qualitativ minderwertigen Links wird (mal wieder) in aller Deutlichkeit der Kampf angesagt. Letztendlich soll so ein gewisser Qualitätsstandard in der Google-Suche gewährleistet und „Schwarze Schafe“ besser erkannt und entsprechend aussortiert werden. In wie weit bzw. wie erfolgreich die Erkennung sog. „Spamsignale“ des Penguin-Filters in der Praxis wirken, ist für die Version 4.0 momentan noch nicht ganz zweifelsfrei zu beurteilen.

Penguin 4.0 arbeite ab sofort in Echtzeit

Wer früher mit unlauteren Mittel eine Webseite gepusht hat und von Google dabei erwischt wurde, der hatte arge Probleme. Die „Opfer“ früherer Penguin-Updates hatten mit einer dauerhaften Abwertung zu kämpfen, selbst wenn die Ursachen nach dem Absturz schnell beseitig worden waren. Denn das Problem war in diesem Zusammenhang, dass eine erneute Qualitätsprüfung einer abgestraften Webseite mittels Penguin-Faktoren mitunter Monate dauern konnte, denn die Überprüfung fand nur periodisch statt. Viel verlorene Zeit, in der einige Webseiten in die Bedeutungslosigkeit abrutschten. Allerdings auch aus selbstverschuldeten Gründen.

Mit dem Update auf die Version 4.0 ändert sich das gravierend. Genau wie das Panda-Update gehört ab sofort auch das Penguin-Update zum Core-Algorithmus von Google. Das heißt, dass jede Webseite ab sofort im Rahmen des regelmäßigen Crawlings auch im Sinne der Pinguin-Qualitätskriterien in regelmäßigen Abständen neu bewertet wird und sich so Veränderungen und SEO-Maßnahmen wesentlich schneller bemerkbar machen. Die extrem lange Wartezeit der Vergangenheit entfällt somit. Da Penguin durch seine Einbindung in den Core-Algorithmus nun dauerhaft im Hintergrund läuft, und somit nicht mehr periodisch arbeitet, entfallen weitere Update-Ankündigungen zukünftig komplett.

Penguin 4.0 arbeitet granular

Waren die Auswirkungen von SEO-Maßnahmen in der Vergangenheit global zu spüren, so arbeitet Penguin 4.0 nun viel gezielter. Unter granularer Arbeitsweise versteht man in diesem Zusammenhang, dass SEO-Anpassungen nun nicht mehr zwangsläufig die gesamte Domain betreffen müssen – sei es aus Hinblick einer bessere Sichtbarkeit oder aber einer möglichen Abstrafung. Vielmehr wirkt Penguin von nun an auf Einzel- und Unterseiten bezogen. Sollte es auf Einzelseitenebene dazu kommen, dass eine Unterseite massiv abgestraft wird, so bedeutet das nicht zwangsläufig, dass auch die gesamte Domain davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Vielmehr kann eine mögliche Abstrafung sogar nur einzelne Keywords oder Keywordgruppen bzw. einzelne Verzeichnisse betreffen, wohingegen andere Domain-Bereiche davon völlig unberührt bleiben. Insgesamt nimmt Google so eine wesentlich „verfeinerte“ und „zielgerichtetere“ Bewertung einzelner Inhalte von Domains vor.

Fazit zum Penguin-Update 4.0

Die Echtzeitwirkung von Penguin erleichtert die Arbeit von SEOs enorm, da die Auswirkungen von Maßnahmen recht schnell deutlich werden. Ebenso kann bei Misserfolgen bei der Optimierung wesentlich schneller gegengesteuert werden. Andererseits könnte dies wieder verstärkt blackhead-SEOs auf den Plan rufen, die ihre zweifelhaften Methoden und Praktiken dank Echtzeit-Auswirkung recht schnell wieder ausbügeln können. Die Frage ist also, ob nicht der Eine oder Andere auf die Idee kommt, die Grenzen der Optimierung auszutesten, denn die Bestrafung seitens Google wirkt anscheinend nur noch temporär und nicht mehr dauerhaft. Auch haben sich nach den bisherigen, ersten Erkenntnissen die Folgen des Penguin-Updates in Grenzen gehalten. Vielmehr sind bislang die eher die positiven Effekte, wie besseres Ranking und/oder erhöhte Sichtbarkeit, zum Tragen gekommen. Einzig sehr linklastige Seiten (veraltetes Linkbuilding), die ohnehin nicht nach den Google-Standards arbeiten, sind bisher übermäßig stark abgestraft worden.

Global gesehen, muss man natürlich auch festhalten werden, dass das Penguin-Update nur eines von geschätzten 200 Signalen und Kriterien ist, welche eine Auswirkung auf die tatsächliche Platzierung einer Webseite innerhalb der Google-Suche haben. Unique-Content, der Verzicht auf unlautere Methoden und qualitativ hochwertiger Content sollten noch immer die erste Wahl sein, wenn es um hohen Traffic und eine gute Platzierung geht. Wer das berücksichtigt, braucht sich auch keine Sorgen machen, ob die eigene Domain von Pinguin 4.0 etwaigen Schaden davontragen wird. Denn genau wie User, so honoriert auch Google hochwertige Inhalte (Content) und belohnt entsprechende Domians mit einer guten Platzierung.