SEO Mythen 2016: Top 10 (Teil 1/2)

Sie klingen niedlich, haben es aber faustdick in sich. Die Rede ist von Google Updates. Ob Hummingbird (Kolibri), Panda oder Penguin, jede Änderung des Google Algorithmus bringt mitunter gravierende Änderungen mit sich. Als SEO ist es daher wichtig, stetig am Ball zu bleiben und die neuesten Änderungen zu berücksichtigen. Aber auch so halten sich hartnäckig Mythen, die im Bereich der Suchmaschinenoptimierung teils schon seit Jahren nicht mehr funktionieren. Es wird Zeit, endlich mit den hartnäckigsten Mythen aufzuräumen.

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Falsche oder gar keine SEO-Maßnahmen sind schlecht für das Ranking bei Google. Noch immer gibt es genügend SEO-Mythen 2016.

Mythos1: Links sind besser als Content

Mit den Links ist das ja so eine Sache. Vor einigen Jahren Reichte es noch, Links zu kaufen und somit die Popularität und das Ranking der eigenen Seite zu erhöhen. Diese Praxis hat längst ausgedient. Vielmehr führt dies mittlerweile zu einer Abwertung durch Google. Spätestens seit dem Penguin-Update ist vor allem die Qualität der eigehenden Links entscheidend und nicht die Quantität. Darüber hinaus werden manipulierte Partnerlinks, häufig in Sidebars oder dem Footer zu finden, von Google spielend leicht entlarvt. Links einkaufen hat also längst ausgedient, ist aber leider immernoch weit verbreitet.

Lösung: compelling content

Der Begriff compelling bedeutet so viel wie „anziehend“ oder „verlockend“. Der hochwertige, sprich „verlockende“, Content sorgt dafür, dass User die gewünschte Webseite besuchen. Ist der gebotene Content entsprechend hochwertig, wird er von Usern geteilt und somit organische Links zur eigenen Seite gesetzt. Die Rechnung ist also recht einfach. Je hochwertiger der Content, desto mehr Besucher kommen auf die eigene Seite und teilen die Inhalte. Das bringt kontinuierlich und ganz von selbst organische Links auf die eigene Seite. Dies sorgt wiederum dafür, dass sich das Ranking bei Google erhöht.

Links zu generieren ist somit nicht falsch, aber wir sprechen heute von einer anderen Art von linkbuilding als früher. Heute ist vor allem die Qualität der Links entscheidend. Viel wichtiger ist aber, dass Links organisch sind.

Viel Content = viele Links?

Nein. Dafür muss der Content auch eine entsprechende Qualität aufweisen. Langfristiges Ziel sollte sein, den Usern als Quelle im Netz zu dienen. Der eigene Content muss zwangsläufig einen Mehrwert aufweisen. Das heißt, er muss Probleme lösen, nach denen die User suchen. Oder er muss hochinformativ sein, um zu bestimmten Themen einen hohen Informationsgehalt liefern.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Ohne hohe Kosten kann das Ranking mittels einer hohen Anzahl organischer Links stark verbessert werden.

Mythos 2: SEO hat einzig etwas mit Ranking bei Google zu tun

Natürlich werden mittels SEO-Maßnahmen viele Dinge getan, um eine Webseite bei der Google Suche weit nach oben zu bringen. Aber es steckt weit mehr dahinter. Vielmehr sollte eine gute Platzierung bei Google von den Faktoren „Content“ und „Traffic“ abhängig gemacht werden.

Faustregel: Ohne guten Content kein traffic und ohne traffic kein gutes Ranking

Eine Webseite sollte in erster Linie user-zentriert sein. Das heißt, sie muss Usern Antworten auf deren Fragen geben und Probleme lösen können – also einen Mehrwert bieten. Ist dies der Fall, steigt die Reichweite der Seite, in dem beispielsweise Inhalte geteilt werden oder sich die Nutzerzahlen allgemein erhöhen. Dabei ist es unwichtig, wie hoch die Seite in dem Moment überhaupt rankt. Je mehr User die Seite finden und deren Inhalte teilen, nämlich durch Empfehlungen anderer User und nicht durch das Ranking in der Suchmaschine, desto höher wird dann entsprechend auch das tatsächliche Ranking der Webseite. Legen SEOs den Fokus einzig auf ein hohes Ranking bei Google, kann diese Platzierung nicht dauerhaft ohne den entsprechenden Traffic gesichert werden. Die nachhaltigere Strategie ist es hier, die Nutzerzahlen zu steigern und organische Links zu generieren. Ohne einen entsprechenden Unterbau aus Usern, die ständig Inhalte teilen und Links setzen, ist ein langfristiger Erfolg nur schwer möglich. Daher sollte die Fokussierung auf die User nie aus dem Blickfeld geraten.

Mythos 3: Meta descriptions sind entscheidend für das Ranking

Dieser Mythos hält sich hartnäckig. Schon seit etwa 2009 spielen meta descriptions bei der Platzierung in der Google Suche keine Rolle mehr. Ursache dafür ist der massenhafte Missbrauch von Keywords (keyword stuffing), die früher zu Unmengen untergebracht wurden, um bei Google besser zu ranken.

Dennoch hat die meta description nicht vollständig ausgedient. Eine gute Beschriftung in den Metadaten ist wichtig, denn diese tauchen bei der Google Suche in der Seitenvorschau der entsprechenden Webseite auf.

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Abbildung eines Google-optimierten Snippet

Eine präzise Beschriftung der Metadaten kann also indirekt zu vielen Klicks führen, vorausgesetzt das Snippet ist entsprechend aussagekräftig beschriftet. Wenn User auf der Webseite auch genau das vorfinden, was ihnen im Snippet versprochen worden ist, resultieren daraus niedrige Absprungraten. Das ist wiederum gut für die eigene Webseite. Denn Google registriert ganz genau, wie viele Unterseiten User auf einer Webseite besuchen und wie lang sie überhaupt verweilen. Ist die Absprungrate gering und die Verweildauer hoch, spricht dies für die Qualität einer Seite und steigert entsprechend das Ranking.

Google legt zwar keinen direkten Wert mehr auf die Metadaten einer Seite, die User aber schon. Allerdings wird von Google registriert, ob die Metadaten auch zum Inhalt Ihrer Seite passen und in einem Zusammenhang stehen. Bei niedriger Absprungrate, hohen Besucherzahlen und langer Verweildauert wird eine Seite dann zum entsprechenden Thema als wichtig erachtet und höher gerankt.

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Viel zu häufig werden noch schlechte oder veraltete SEO-Maßnahmen durchgeführt.

Mythos 4: Keyword-Optimierung als Schlüssel für SEO

Oftmals werden Texte mit Keywords überhäuft und überoptimiert. Ja, für jedes Produkt und jedes Thema müssen relevante Keywords identifiziert und untergebracht werden. Das alles bringt aber überhaupt nichts, wenn Texte nicht semantisch sinnvoll sind.

semantisch sinnvolle Texte

  • sind gut lesbar
  • haben eine hohe Informationsdichte
  • sind gut strukturiert
  • sind verständlich
  • sind gut recherchiert
  • bieten Zusätze wie Links, Bilder, Videos etc.

Oftmals wird sich zu sehr auf Tools wie IDF * WDF Analyse verlassen oder auf eine prozentuale Dichte von Keywords (keyword density) verwiesen. Dieses Vorgehen ist nicht falsch, aber diese Tools sollten nur als ergänzende Hilfsmittel hinzugezogen werden. Hochwertiger Content sollte die semantischen Kriterien erfüllen (s.o.), darüber hinaus informativ sein und als Lösung für Fragestellungen oder Probleme der User dienen. Ein gut lesbarer Text kann schlichtweg nicht nach mathematischen Formeln erstellt werden.

Mythos 5: h1-Überschrift als wichtigstes Onpage-Element

Die Bezeichnung h1 stammt aus HTML und gibt die Größe von Überschriften an. Die Größe h1 nimmt zweifelsohne immernoch eine zentrale Rolle bei Überschriften von Texten ein. Darüber hinaus werden in der zentralen Überschrift auch immer wichtige Keywords untergebracht, um Google die Relevanz zu verdeutlichen. Viel bedeutender ist heutzutage jedoch der eigentliche Text unter der h1 Überschrift. Hier hat es sich bewährt, den wichtigsten Content gleich an den Anfang des Textes zu setzen. Nicht nur User finden es gut, wenn zentrale Inhalte relativ früh im Text erscheinen, auch Google bevorzugt diese Art der Darstellung. Darüber hinaus kann Google so einfacher erkennen, ob der Content mit der entsprechenden h1-Überschrift im Einklang steht und einen inhaltlichen (semantischen) Zusammenhang bildet.

Hier geht es zu Teil 2 der SEO-Mythen 2016.