SEO Mythen 2016: Top 10 (Teil 2/2)

Hier geht es weiter mit den Top 10 SEO Mythen, die sich auch im Jahr 2016 noch hartnäckig halten. Schon in Teil Eins wurden einige SEO Mythen ins Reich der Fabeln verwiesen. Schauen wir einmal, wie sich die nächsten fünf Mythen halten.

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Wer SEO falsch oder gar nicht nutzt, wird von Google weniger berücksichtigt oder sogar abgestraft.

Mythos 6: Je mehr Content, desto besser?

Klingt im ersten Moment durchaus plausibel. Mehr Content erhöht die Reichweite und somit die Zahl der Leser und User. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Quantität allein bringt gar nichts, wenn nicht gleichzeitig auch die Qualität vom Content mithalten kann. Das alleinige Veröffentlichen von Texten, Blogeinträgen etc. bringt weder neue User noch eine bessere Bewertung bei Google. Denn: Sowohl Google als auch die User von heute verlangen nach hochwertigen Inhalten. Für Google steht vor allem die Semantik und inhaltliche Stimmigkeit des Content im Fokus, um eine Webseite als relevant zu erachten und dementsprechend besser zu ranken. Und die User wollen gut aufbereitete und recherchierte Artikel lesen sowie Anleitungen und Lösungen für deren Probleme finden. Hochwertiger Content wird also in verschiedener Hinsicht belohnt. Schlechter Content wird hingegen von Usern und Google abgestraft.

Faustregel: Lieber weniger, dafür aber hochwertigen Content

Mag eine massenhafte Veröffentlichung von Artikeln etc. zwar anfangs neue User und eine bessere Bewertung bei Google mit sich bringen, ohne entsprechende Qualität ist dieser Effekt allerdings schnell wieder verpufft. Schlechter Content wird von Usern durch hohe Absprungraten und niedrige CTRs bestraft. Was wiederum von Google registriert wird und sich in einem niedrigeren Ranking widerspiegelt.

Mythos 7: User-experience – schön, aber muss nicht sein

Ganz klar falsch. Um die bounce rate niedrig zu halten und click through rate möglichst hoch, ist es essentiell, dass Webseiten für User und deren verschiedene Endgeräte optimiert sind. Noch „relativ“ neu ist, dass Google großen Wert auf die mobile Darstellung von Webseiten legt. Seit Anfang/Mitte 2015 führt das Optimieren von Webseiten für Mobilgeräte zu einer höheren Bewertung. Hintergrund ist hier die stark gewachsene Bedeutung von Smartphones und Tablets. Diese stellen Inhalte von Webseiten anders dar als der klassische PC oder Laptop (mobile Usability).

Qualitätsindikatoren user-experience

  • lange Verweildauer
  • hohe Wiederkehr
  • häufiges Teilen von Inhalten

Können User mit unterschiedlichen Endgeräten in gleicher Qualität auf Inhalte zugreifen, steigert dies nicht nur deren Zufriedenheit. Gleichzeitig vereinfacht dies das Teilen von Inhalten und steigert so die Reichweite der eigenen Seite. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wenn eine Seite eine schlechte user-experience aufweist, zum Beispiel durch das Fehlen der Fähigkeit einer mobilen Darstellung, dann kehren die User auch nicht wieder zurück. Die geringen Besucherzahlen wirken wiederrum negativ im Ranking.

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Falsche SEO-Maßnahmen sind Gift für das Ranking der eigenen Webseite bei Google.

Mythos 8: Google bemerkt keine manipulierten Links

Dieser völlig veraltete Irrglaube existiert leider immernoch. Eigentlich sollte man meinen, dass manipulativer Linkaufbau ein Relikt der Vergangenheit ist. Doch weit gefehlt. Es arbeiten noch immer unseriöse Agenturen mit diesen überholten Methoden. Dabei erkennt Google spätestens seit dem Penguin-Update von 2014 manipulative Links mehr als deutlich. Google ist durchaus in der Lage, Muster zwischen Linknetzwerken und Einzelseiten zu erkennen. Hierfür wurde Schwarzen Schafen, die sich früher mittels Linkkauf gute Platzierungen gesichert haben, von Google eigens das „Disavow Tool“ bereitgestellt, um diese unseriöse Praxis ein für alle Mal zu beenden. Sog. „Schrottlinks“ von Linkfarmen sind längst überholt und führen zum genauen Gegenteil des eigentlich gewollten – nämlich zu drastischen Abwertungen. Nach wie vor ist von dieser Vorgehensweise dringend abzuraten. Lieber sollte man User mit gutem Content erreichen. So ergeben sich natürliche Verlinkungen von ganz allein. Was wiederum auch Google belohnt.

Mythos 9: Strategie zur mobilen Optimierung unnötig

Schon in Mythos 7 (s.o.) wurde darauf verwiesen, dass die Optimierung von Webseiten zur Darstellung auf Mobilgeräten unumgänglich ist. Darüber hinaus bringt es einfach auch überhaupt nichts, sich den Wünschen der User oder von Google zu widersetzen. Wenn Webseiten auf mobilen Endgeräten nicht oder nur fehlerhaft dargestellt werden, dann ist das den Usern gegenüber schlicht und einfach respektlos. Dadurch sinken auch die Besucherzahlen und CTRs. Darüber hinaus erhöht sich die Absprungrate, was von Google natürlich mit einer schlechteren Platzierung bestraft wird.

Ohnehin legt Google seit Mitte 2015 hohen Wert darauf, dass es von Webseiten auch eine Version für Mobilgeräte gibt. Sollte dies der Fall sein, wird Google entsprechend das Ranking der Webseite erhöhen. Das Fazit lautet also: Die Mobiloptimierung (mobile Usability) sollte aus mehreren Gründen keinesfalls unterschätzt werden. Google fordert zu Recht das Vorhandensein einer mobilen Darstellung. Denn vor allem dieses Segment wird in Zukunft noch viel mehr an Bedeutung gewinnen.

Mythos 10: SEO kann nebenbei von der IT oder dem Marketing erledigt werden

Keinesfalls! Auch wenn SEO und IT viel gemeinsam haben, sind beide Bereiche dennoch völlig unterschiedlich. SEO ist ein eigener Fachbereich, genau wie IT oder auch Marketing. Zwar vermögen wenige ITler auch SEO zu beherrschen, aber dennoch kann die IT-Abteilung nicht automatisch SEO. Genauso verhält es sich mit dem Online-Marketing. Manche besitzen durchaus Kenntnisse im SEO-Bereich und können diese auch anwenden, aber das ist nicht deren eigentliches Arbeitsfeld. Umgekehrt eignen sich Leute aus der IT oder SEO auch nicht für Content.

Wenn ein Unternehmen schon das Budget für SEO zur Verfügung stellt, was leider noch viel zu selten der Fall ist, dann sollten auch entsprechende SEO-Fachleute diesen Bereich übernehmen. Alternativ gibt es auch SEO-Agenturen, die diese Aufgabe übernehmen.

Hier geht es zu Teil 1 der SEO-Mythen 2016.